Geologisches Tiefenlager – was kommt auf die betroffene Region zu?

Mitte September dieses Jahres ist es endlich so weit: der Standortentscheid der Nagra für das geologische Tiefenlager wird offiziell bekannt gegeben. Wie die Unterland Zeitung vom Freitag, 26. August 2022 zu Recht schreibt: Es handelt sich um einen Meilenstein in einer Geschichte, die vor 50 Jahren begonnen hat. Was das genau für die erlesene Region dann bedeuten würde, wurde im Vorfeld im Neuwishuus Stadel am 24. August 2022 intensiv diskutiert.

Geologisches Tiefenlager – was kommt auf die betroffene Region zu?

Die Region Haberstal fragt sich: Was bringt ein Tiefenlager alles mit sich?

An besagter Informationsveranstaltung im Neuwishuus Stadel zeigte sich klar: in den betroffenen Regionen gibt es viele Fragen, Ängste und Anliegen an die Projektverantwortlichen. Rund 150 Personen kamen zur Veranstaltung, bei der es nebst informativen Präsentationen auch eine Podiumsdiskussion mit anschliessender Fragerunde gab.

Maurus Alig, Gesamtprojektleiter der Nagra informierte über die Bedeutung einer Oberflächenanlage. Er hielt ausserdem fest, dass zum heutigen Standpunkt von einem Kombilager aus hoch-, mittel- und schwachradioaktiven Abfällen ausgegangen wird. Die Zugänge ins Erdbereich würden gemäss Plan ab 2034 gebaut werden. So ein Bau hat ein massives Aushubvolumen. Wie genau mit den ca. 300'000 Kubikmetern ausgehobenem Kies umgegangen werden würde, erklärte im Anschluss Hansruedi Eberhard, Deponiefachmann, Organisation und Transport von Aushub und Deponien. Er ging dabei ins Detail und zeigte auf, welche Kiesgruben in der Region aufgefüllt werden könnten.

Wie schnell geht’s denn jetzt in die Umsetzungsphase?

Nach der diesjährigen Standortwahl des Nagra-Vorschlages im September, schlagen nicht nullkomaplötzlich die Bagger auf. Nein im Gegenteil. Der Vorschlag wird erst in Form eines Rahmenbewilligungsgesuches auf Mark und Knochen durch den Bundesrat und das Parlament geprüft. Dieses wird die Nagra voraussichtlich im Jahr 2024 einreichen können.

Die Geologie ist entscheidend

Hat, wer sich mit Demonstrationen gegen ein Tiefenlager wehrt, bessere Chancen, nicht als Standort gewählt zu werden? Antwort: Die Politik wird durch das Gebot der Sicherheit aushebelt. Diese ist im gesamten Sachplanprozess das oberste Gebot.

Maurus Alig betont dabei insbesondere: «Alle drei Standortgebiete wären für ein Tiefenlager geeignet, der geologische Untergrund zeigt jedoch Unterschiede auf.» Ausschliesslich dann, wenn alle drei Untergründe zu 100% identisch wären, würden wirtschaftliche oder politische Aspekte berücksichtig werden.

Fazit

Wir bleiben dabei: Es geht allen Beteiligten darum, zu lagern, kontrollieren und Langzeitsicherheit zu garantieren. Das Ganze in einem transparenten Verfahren, für und mit dem Schweizer Volk.

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