Wer trägt eigentlich die Kosten?

Die Antwort findet sich auf unseren Stromrechnungen – wir. Aber ganz so einfach ist es auch wieder nicht.

Wer trägt eigentlich die Kosten?

 

Gemäss Umweltrecht gilt das Verursacherprinzip, d.h. die Betreiber von Kernkraftwerken sind verantwortlich für die Entsorgung der abgebrannten Brennelemente sowie der radioaktiven Abfälle aus dem Betrieb und der späteren Stilllegung und dem Rückbau der Kernkraftwerke. Der Bund trägt die Verantwortung für die schwach- und mittelaktiven Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung. Gemeinsam haben sie 1978 die Nationale Genossenschaft für die Entsorgung radioaktiver Abfälle, NAGRA gegründet, die den gesetzlich definierten Auftrag hat, einen Standort für die sichere geologische Tiefenlagerung zu finden.

Die aktuell anfallenden Kosten für die Arbeiten der NAGRA werden direkt von den Kernkraftwerkbetreibern und zu 15 Prozent vom Bund übernommen. Finanziert werden damit die wissenschaftlichen Arbeiten der NAGRA, die Kosten für die Untersuchung des Untergrundes und die Auswertung der gewonnenen Daten sowie die Personalkosten.

Seit 1984 zahlen die Kernkraftwerke in zwei unterschiedliche, voneinander unabhängige Fonds ein: Den Fonds für die Entsorgung und den Fonds für die Stilllegung der Kernkraftwerke. Sie sind rechtlich selbständig und werden unter dem Namen STENFO zusammengefasst.

Alle 5 Jahre berechnen die Betreiber der Kernkraftwerke die Kosten neu. Auf diesen aktualisierten Grundlagen werden die Beiträge berechnet, welche die Betreiber der Kernanlagen jährlich an die Fonds zu bezahlen haben. Und diese Kosten finden sich in Strompreisen wieder.

Wer bezahlt also? Die Verursacher, nämlich die Strombezüger in Wirtschaft, im öffentlichen Verkehr und in privaten Haushalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Oberflächenanlagen

Oberflächenanlagen

Wie verändert sich das Haberstal in den nächsten Jahren? Und wann beginnt der Bau der Oberflächenanlagen? Kurze Antwort: Noch eine ganze Weile nicht.
ESCHT

ESCHT

Hinter diesem Namen verbirgt sich die deutsche Expertenkommission Schweizer Tiefenlager. Sie äussert sich zu Handen der deutschen und der Schweizer Behörden über ihre Einschätzung des Sachplanverfahrens und der Arbeiten der Nagra.
Der Entscheid: Nördlich Lägern!

Der Entscheid: Nördlich Lägern!

Am Montag, 12. September 2022 war es nun endlich soweit: Der lange erwartete Standortvorschlag der Nagra wurde offiziell kommuniziert. Nördlich Lägern hat sich als am geeignetsten heraus kristallisiert. Aber wieso genau Nördlich Lägern? Was war das Zünglein an der Waage?